Farbmanagement

Ist euch/Ihnen auch schon einmal aufgefallen, dass eure/Ihre Fotos nicht immer zurück vom online Printservice so sind wie zu Hause am Computer?

Die voreingestellten Kategorien der Kamera, des Computers und die automatischen Optimierungsfunktionen der meisten online-Printsevices nehmen uns viel Arbeit ab – scheinbar.

Bin ich mit den Automatismen zufrieden, dann muss ich nichts ändern. Wenn man jedoch den Anspruch hat, eine hohe Qualität in den Fotos zu erreichen, wird man sich zwangsläufig mit den verschiedenen Farbräumen beschäftigen müssen. (ECI RGB, Adobe RGB, sRGB, ISO Coated CMYK usw.) Die Grafik zeigt wie unterschiedlich der Umfang der verschiedenen Farbräume ist. Es wird deutlich, wenn erst einmal in einem kleinen Farbraum fotografiert wurde, dann können fehlende Farbinformationen nachträglich am Computer nicht mehr hergestellt werden. Manche Farben in einem bestimmten Farbraum lassen sich in einem anderen gar nicht darstellen (Gammut). Siehe Grafik unten.

Farbraum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine digitale Spiegelreflexkamera kann zirka 1,6 Millionen Farben wiedergeben, der Adobe RGB-Farbraum umfasst zirka 1,3 Millionen Farben und der sRGB-Farbraum an die 900.000 Farben. Man muss kein großer Rechenkünstler sein, um zu erkennen, dass der Adobe RGB Farbraum annähernd 50 Prozent mehr an Farben umfasst als sRGB. Prinzipiell sollte man immer im Adobe RGB Farbraum fotografieren, denn so hält man sich alle Optionen offen.

Schnell wird klar, dass es viele Einflussfaktoren gibt. Es beginnt bei der Kameraeinstellung, geht weiter über die Kalibrierung des Monitors, die Einstellungen in der Bearbeitungssoftware, die Einbettung oder Zuweisung des Farbraums zu den Bilddateien, die Kalibrierung des Druckers und schlussendlich auch darum, wie die Bilddatei verwendet werden soll. Wird eine Verwendung ausschließlich auf digitalen Monitoren ins Auge gefasst, so ist es sinnvoll die Dateien im sRGB Farbraum anzulegen, weil Monitore diesen am besten darstellen können. Oder soll gedruckt werden und wenn ja, auf welchem Medium sprich Papier, d.h. welches ICC-Profil soll zur Anwendung kommen.

Meine Fotografien sind alle durch diese Entscheidungsprozesse gelaufen, weshalb ich mich auch entschieden habe, selbst auszudrucken, um die größtmögliche Kontrolle über die Entstehung, Bearbeitung und das Ergebnis dieses Prozesses in meinen Fotografien zu haben.

Gerne berate ich hier weiter und drucke eure/Ihre besten Fotos auf edlen Papieren aus. Ich freue mich auf euren/Ihren Anruf.

RAW

sind Basisbilddaten von digitalen Kameras, die zur Darstellung und Weiterverarbeitung zuerst in Tiff oder Jpeg umgewandelt und in einen Farbraum transferiert werden müssen.

Adobe RGB

ist ein 1998 von Adobe entwickelter Farbraum, der die meisten CMYK-Farben wiedergeben kann. Es ist der Standardfarbraum von Digitalkameras für den Profibereich.

Dyetinte

ist eine wasserlösliche Druckflüssigkeit, ihre kleinsten Moleküle haben eine Größe von 2nm, weshalb im Ausdruck feinste Strukturen gut abgebildet werden können.

ECI

…steht für European Color Initiative und ist eine Expertengruppe, die sich mit der medienneutralen Verarbeitung von Farbdaten in digitalen Publikationsprozessen beschäftigt. Sie wurde im Juni 1996 auf Initiative der Verlagshäuser Bauer, Burda, Gruner+Jahr und Springer in Hamburg gegründet.

color banding

sind streifige Abbildungen in weichverlaufenden, ähnlichen Farbbereichen, wenn im Ausgabemedium bzw. -gerät nicht genügend Farben zur Verfügung stehen.

Wenn man die Fotos mit einer höherer Farbtiefe, also mit 16 bit statt nur mit 8 bit anlegt, kann man diese Problem im Keim ersticken.

CMYK

CMYK bezeichnet den Farbraum der beim Vierfarbdruck mit Prozessfarben zugrunde gelegt wird und beschreibt die Beschaffenheit und den Aufbau der Druckfarben. Das vom Substrat (oft Papier) reflektierte Licht wird durch die Druckfarben so beeinflusst, dass die gewünschte Farbe im Eindruck entsteht. Beginnend mit dem (meist) weißen Substrat subtrahieren die Druckfarben durch ihren Schichtaufbau soviel vom „Weiß“, dass das gewünschte Bild entsteht. Im CMYK-Raum sind die   (Druck-)Farbenwerte für Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz abgelegt.

Gamut

Der Gamut (englisch Tonleiter, Skala, Farbpalette) ist die Menge aller Farben, die ein Gerät (z. B. ein Monitor, Drucker, Scanner, Film) darstellen, wiedergeben bzw. aufzeichnen kann. Formal ist der Gamut der Körper im Farbraum, der mit dem Gerät durch innere Farbmischung nachgestellt werden kann.

ICC

steht für International Color Consortium und ist eine Hersteller-Vereinigung von Druckmaschinen und DTP-Software Herstellern und hat sich zum Ziel gesetzt das Arbeiten mit Farbe in der grafischen Industrie zu vereinfachen.